deutsch
franÇais
español
Sinopsis
Fichas y datos
Multimedia
Extras
Comentarios de prensa
Home
Películas
Actualmente en los cines
Tienda
Centro de prensa
Álbum de visitantes
Boletín de novedades
Enlaces
¿Quién somos?
Contacto
[Esta película no está disponible en su lengua.]
Melodrama
Rolando Díaz - Kuba 1995

Karibische Komödie mit politischer Brisanz

Melodrama» bildet, nach «Madagascar» und «Quiéreme y Verás» den krönenden Abschluss einer Trilogie von Geschichten aus dem heutigen Havanna. Der Film funktioniert auf verschiedenen Ebenen: Als populäres, farbiges und sinnenfrohes Unterhaltungsspektakel, als ironisch überdrehte, genussvoll melodramatische Beziehungskomödie im Stile Almódovars – und als brisante politische Satire über den Ausverkauf aller bisherigen Wertvorstellungen.

Entsprechend sind die eingesetzten Stilmittel, vom Klamauk bis zum versteckten Wortwitz und unzähligen, fast beiläufig gesetzten und umso treffenderen Anspielungen. Beinahe jede Einstellung, jeder Dialog, jeder Liedtext wird doppeldeutig und hintergründig.

«Melodrama» erzählt im direkten, unbekümmerten Tonfall eine vergnügliche Geschichte mit aktuellen Bezügen, wobei auch die beiden anderen Geschichten der Trilogie gekonnt aufgenommen und als alltägliche Geschehnisse, auf den Strassen des heutigen Havanna eingebaut werden. Als die junge TV-Journalistin Fé darüber Reportagen dreht, werden diese als einseitig und unerwünscht abgelehnt: warum sich Jugendliche nach etwas anderem sehnen, dem sie den Namen «Madagascar» geben, und warum eine ältere Frau blühenden Schwarzmarkthandel treibt – danach soll am Fernsehen nicht gefragt werden.

Aber auch «Melodrama» selbst schien es ähnlich zu ergehen. Zunächst sollte der Film am lateinamerikanischen Filmfestival in Havanna im Dezember 1995 gar nicht gezeigt werden – ohne dass dafür von offizieller Stelle Gründe genannt wurden. Schliesslich wurde der Film in einer einzigen Vorstellung öffentlich aufgeführt und dort stürmisch applaudiert – und obschon ihn nur wenige Leute sehen konnten, gewann er gleich den zweiten Publikumspreis.

Festivalkatalog Fribourg 1996